Redebeitrag Beitragserhöhung KiTa 27.11.2025
Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher Herr Lassmann, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste,
wir alle wissen: Die Situation in unseren Kitas ist anspruchsvoll. Steigende Personal- und Sachkosten belasten den städtischen Haushalt erheblich – und wir kommen nicht umhin, darüber zu sprechen, wie wir diese Last fair und verantwortungsvoll verteilen.
In Hessen ist die vormittägliche Regelbetreuung für Ü3-Kinder gesetzlich kostenfrei. Das ist gut und richtig – aber es bedeutet auch, dass die Personalkosten vor allem über die Beiträge der Nachmittagsbetreuung abgedeckt werden müssen. Dass eine Anpassung der Beiträge notwendig ist, ist nachvollziehbar, und das erkennen wir auch an.
Aber der Vorschlag der Verwaltung – eine Verdopplung der Beiträge ab Januar 2026, also eine Erhöhung um 100 % auf einen Schlag – halten wir für den falschen Weg. Genauso wie den gleichzeitigen Wegfall des Geschwisterbonus. Beides zusammen stellt viele Familien vor enorme Probleme. Hierbei sei angemerkt, dass die Beiträge zu Beginn diesen Jahres bereits schon einmal erhöht worden sind.
Der Geschwisterbonus hat sich bewährt. Aktuell zahlt das zweite Kind in der gleichen Einrichtung 75 %, ab dem dritten Kind ist die Nachmittagsbetreuung sogar kostenfrei. Dass alle umliegenden Städte diesen Bonus beibehalten, sollte uns zu denken geben. Wir sollten uns nicht ausgerechnet an der Stelle von unseren Nachbarn entfernen, an der Familienfreundlichkeit sichtbar und spürbar ist.
Wir erkennen also die Notwendigkeit der Beitragserhöhung an – aber nicht in dieser Härte.
Daher schlagen wir vor:
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Eine sozial verträgliche Erhöhung in zwei Stufen statt eines einzigen drastischen Sprungs:
– 50 % der jetzigen Beiträge zum Januar 2026
– weitere 50 % zum Januar 2027
So erreichen wir das gleiche finanzielle Ziel – aber ohne Familien auf einen Schlag zu überfordern. Diese Lösung ist fairer, planbarer und verantwortungsvoller.
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Der Geschwisterbonus muss erhalten bleiben und zeitgemäß gestaltet werden:
– Das zweite Kind in der gleichen Einrichtung zahlt weiterhin nur 75 %
– Ab dem dritten Kind sinkt der Beitrag auf 50 %
Damit setzen wir ein klares Zeichen für Familien in unserer Stadt. Wir stärken sie, statt sie zusätzlich zu belasten.
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Und drittens – und das ist uns besonders wichtig:
Wir müssen aus dieser Diskussion lernen. Beitragserhöhungen dürfen künftig nicht mehr in großen, abrupten Sprüngen erfolgen. Wir brauchen ein System, das auf regelmäßige, moderate Anpassungen setzt – transparent, kalkulierbar und familienfreundlich. So können wir auf Kostenentwicklungen frühzeitig reagieren, ohne Eltern plötzlich vor Verdopplungen zu stellen. Und wir schaffen Planbarkeit für Stadt, Träger und Familien gleichermaßen.
Meine Damen und Herren, Familienpolitik zeigt sich nicht im Reden, sondern im Handeln. Eine Erhöhung der Beiträge ist notwendig – aber sie muss fair, maßvoll und sozial ausgewogen sein.
Mit unserem Vorschlag setzen wir auf Verantwortung statt Überforderung, auf Planung statt Panik, auf Familienfreundlichkeit statt kurzfristiger Haushaltssanierung. Lassen Sie uns heute eine Entscheidung treffen, die dieser Stadt gerecht wird – und den Familien, die sie tragen.
Vielen Dank.